Brief aus dem Knast: Von Starken, Schwachen, Regeln und Märchen

Das erste Mal echte Knastgitter von innen, Mauern und Stacheldraht als
Ausblick. Einer der ersten vom Wetter her angenehmen Tage steht nun aber
für etwas sehr Unangenehmes: Ich lerne eine Institution kennen, die
geschaffen wurde, Menschen zu brechen, Existenzen zu zerstören.
Aber von Anfang an:

Irgendwo in den weiten des Weltalls gibt es einen Planeten mit Bergen,
Tälern, Flüssen, Meeren, Steppen, Savannen und Wäldern. Die diversen
Bewohnenden dieses Planeten kommen dabei mehr schlecht als recht
miteinander aus. Eine der diesen Planeten bevölkernden Spezies, der
Mensch, entwickelt im Laufe der Jahrtausende merkwürdige
Verhaltensmuster. Die Menschen begannen, Teile des Planeten zu umzäunen
und zu behaupten, sie hätten, weil sie es eingezäunt hätten, nun das
Recht, dort zu sein, und andere hätten es nicht mehr. Darüber hinaus
beanspruchten sie an diesen Orten nicht nur das Recht, darüber zu
bestimmen, wer dort sein durfte, sondern auch das Recht, diesen Flecken
der Erde kaputtzumachen – was auch immer sie sich Absurdes davon
versprechen. Und dann noch das Recht, die umliegenden Flecken Erde von
ihrem Flecken aus zu verpesten mit Ruß und Qualm und Gift. Und wenn
der eigene Fleck zu klein oder schon zu kaputt erschien, fanden und
erfanden sie Gründe, sich auf weitere Flecken auszudehnen. Um dieses
grausame System noch zu verschlimmern – nein, sie würden sagen zu
“optimieren” – kommen aber noch weitere Gemeinheiten hinzu. Innerhalb
eines Fleckens Land, der umzäunt und zu „Eigentum“ oder „Staat“ gemacht
wurde, gab es nun nämlich noch zusätzliche Regeln, wie die Individuen
miteinander umzugehen haben. Das erste Prinzip hieß: gegeneinander. Ja
nicht solidarisch miteinander, nein, immer in Konkurrenz. Und damit alle
mitmachen und sich die Schwachen nicht zusammentun, werden Märchen
erfunden. Es gilt immer: Der Stärkere siegt. Und damit der Stärkere auch
für immer der Sieger bleibt, erfindet er die Märchen und macht die
Regeln. Wenn es zu doll auffällt, dass er die Regeln macht, braucht er
bloß einen neuen Mythos, eine Geschichte. Der Stärkere muss zu seinem
Machterhalt v.a. eines schaffen: Er muss das richtige Verhältnis
herausfinden von Regeln und Märchen. Die Schwachen würden sonst
rebellieren – sowohl bei zu vielen Märchen als auch bei zu vielen
Regeln. Nicht die Gesamtmenge ist entscheidend, sondern das Verhältnis.
Die Starken im eingezäunten Fleck Erde haben z.B. definiert, welche
Drogen gut sind und welche böse. Und dann haben sie die bösen Drogen
verboten. Mit einer Regel. Einem Gesetz. Das ist jetzt also Gesetz – das
eine ist gut, das andere böse. Und dann haben sie das dazu passende
Märchen entwickelt. Plötzlich ging es nicht mehr um das
Kontrollbedürfnis des Staates und eine Einmischung ins Private, eine
Bevormundung oder dergleichen. Nein, plötzlich ging es um „das Gute“.
Schützen wollte der Staat die Leute, mit Eigennutz habe das nichts zu
tun, die bösen Drogen seinen etwas sehr Verwerfliches und Gefährliches.
Kümmernd und sorgend habe da nun der Staat interveniert. Ohne den
Diskurs der kümmernden, sorgenden Hand des ach-so-sozialen, des
Achso!-sozialen!-Staates wäre die Regel nicht durchsetzbar, weil die
Menschen merken würden, wie bekloppt sie ist. Aber die Starken haben
auch mehr Einfluss auf Medien, und so lässt sich die Meinung eben dahingehend beeinflussen. Irgendwann verselbstständigt sich die Mär vom guten Staat derart, dass eine explizite Einflussnahme nicht mehr nötig ist.
Wenn trotzdem noch einzelne Schwache auf die Idee kommen, die Regeln zu
missachten (oder der Staat ein Interesse daran hat, Handlungen so
auszulegen, als wären Regeln missachtet worden), folgt die Strafe. Das
ist die Rache der Starken, die damit beweisen, dass sie die Starken
sind. Strafe ist zum einen die durch den Staat explizit verhängte
Sanktion (Sachen wegnehmen oder Freiheit wegnehmen) und zum anderen all
das soziale, was daran hängt. Das liegt am dazugehörigen Märchen. Das
besagt nämlich, dass nicht der Staat und seine Regeln, die nur ihm
selber nützen – nie den Menschen –, ätzend wären, sondern die Individuen, die dagegen verstoßen haben. Und dass der Staat diese Straftäter_innen dann
einsperrt, passiert – so das Märchen –, eben nicht, um das Machtmonopol des
Staates unhinterfragbar zu demonstrieren und die Potenz der Starken zur
Schau zu stellen, sondern um die armen fehlgeleiteten Schäfchen zur
Einsicht in ihrem moralisch falschen Handeln zu bewegen. Wie nett vom
Staat, sich auch darum zu sorgen.

Ich meine: Es muss Schluss sein mit diesen Märchen! Es muss Schluss sein
mit Knästen!

PS: An jene, die meinen, Obdachlose, die in den Knast wollen, wären ein
Lob für die Knäste: wie armselig muss eine Gesellschaft sein, wie
sozialrassistisch und unmenschlich, damit Leute den Verlust ihrer
Freiheit in Kauf nehmen, um nicht zu verhungern?

PPS: Nur weil sie bisher keine Erwähnung fanden, sei der Vollständigkeit
halber angemerkt: Auch Psychatrien, Polizei, Schulzwang und Gerichte
gehören auf den Müllhaufen der Geschichte.

Anm. d. Red.
Vom 7.-10. Juni soll es ein Open-Space-Austausch-Wochenende “Für eine Welt ohne Knast und Strafe” geben.
Informationen dazu unter:

Flyer

http://www.welt-ohne-strafe.de.vu

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15 Antworten auf Brief aus dem Knast: Von Starken, Schwachen, Regeln und Märchen

  1. hans schuh sagt:

    warum bist du den im knast..???

  2. Schöffe sagt:

    So Richtig verstehe dein Text nicht, was willst du uns sagen?
    Hm, ok. Staat schlecht, Knast schlecht. Wenn alle “Knäste” schlecht sind, was machen wir mit den Gewaltverbrechern? Du bist zur Zeit in einem Gefängnis, glaubst du allen ernstes das alle dort in der JVA “Opfer” eines repressiven Staates sind? Was glaubst du sind ” Raubüberfälle, Totschlag, Brandstiftung, Mord” sind das für dich Repressioninstrumente und Erfindung zur Knechtung unterdrückter Menschen eines Staates? Ich weiß zwar nicht ob du schon mal gehört hast das es Menschen gibt die aus purer Lust Gewalt anwenden, das es Menschen gibt die wegen ein paar Euro töten. Ich weiß, ich weiß das böse System hat die Menschen dazu gebracht, ok, möglich. Nur, wir haben Menschen die äußerst gewalttätig sind, was machen wir mit den? Möchtest du, Hanna einen mehrfach Vorbestraften und wegen Totschlag verurteilten in deiner Wohnung aufnehmen? Was ist mit den mehrfach vorbestraften Sexualstraftäter? Wollen wir verurteilte und einsitzende Neonazi freilassen?
    Ich kann dein Unmut verstehen das du nun im Gefängnis bist, aber ich versteh deine Intention nicht, willst aus einem nicht bezahlten Bußgeld, Politsches Kapital schlagen?

  3. Tom sagt:

    Ich habe Deine Seite gelesen. Unter der Voraussetzung, dass der Mensch gut ist, gebe ich dir Recht doch ist der Mensch von Grund auf gut? Ich glaube eher nicht. Der Mensch ist ein Egoist und ein Erfinder, ein Jäger und Sammler und auch liegt es im Urtrieb des Menschen sich immer weiter zu vermehren. Und weil das so ist, ist auch der Mensch was er ist. Es gibt einige Ausnahmen, du bist so eine Ausnahme, und das schätze ich auch sehr, doch wird es vergebliche Liebesmüh sein, sich gegen die Menschheit aufzulehnen.
    Dass die Menschen sich Gebiete abgesteckt haben um dort leben zu können, lässt sich leider nicht mehr rückgängig machen. Auch nicht mit einem Grundgesetz, wo steht, dass jeder Mensch das Recht hat dort zu leben wo er will. Auch ist das Leben ein Spiel, zudem es gewisse Spielregeln gibt. Wer sich nicht an diese Regeln hält wird gemobbt. Erst von den Mitmenschen und dann von den Gesetzesjägern.
    Ich kann deine Forderung „Schluss mit den Knästen“ nicht ganz teilen. Was ist mit den Brandstiftern, Kinderschändern und Terroristen? Wollen wir diese in der Nachbarschaft haben? Schau zu dem Verrückten, der vor kurzem Kinder erschossen hat – möchtest du diesen in deiner Nachbarwohnung wissen? Was ist mit den Vätern und Müttern, die Ihre Kinder verdreschen oder verbrühen, weil sie ungehorsam leisten – möchten wir zu diesen unsere Kinder zum Spielen schicken? Es gibt unzählige Beispiele.
    Liebe Hanna, ich bin ein Kind und Jugendlicher, der in einer Diktatur aufgewachsen ist und ich weiß was es heißt, sich politisch gegen einen Staat zu stellen, in diesem gefangen zu sein und auch Grenzen zu überwinden. Ich denke, dass du sehr froh sein kannst, in diesem Staat im Knast zu sitzen, da hier wenigstens intern die Menschenrechte gewahrt sind. Hier ist Knast Luxus und ich würde es keinem wünschen, wegen gleicher Vergehen in China oder Russland sitzen zu müssen. Daher bin ich weiterhin für Verwahrung solcher, die gegen die Regeln verstoßen aber ich bin auch für gleiches Recht für alle.
    Daher, liebe Hanna, genieße die Zeit im Knast, die Zeiten draußen sind manchmal wesentlich härter.

    • Sigrid Saxen sagt:

      Lieber Tom,

      an Deinem Beitrag erschreckt mich Dein Menschenbild. Kann es sein, daß die offensichtliche Diktatur Deiner Kindheit und Jugend von Dir unbemerkt abgelöst wurde durch die Eintrichterungen unserer “Gewalten” Massenmedien, gefälschte Statistiken und ähnliches, die Du gehorsam übernahmst?

      Wie weit beide (das gewollte Menschenbild und die Wirklichkeit) auseinanderliegen, stellen wir immer wieder bei Befragungen zum bedingungslosen Grundeinkommen fest. Achtzig bis neunzig von hundert Menschen fürchten, mit Grundeinkommen würde kaum noch jemand arbeiten. Sie selbst aber würden auch beim Bezug von Grundeinkommen arbeiten. Wo sind dann die Faulen (ich meine nicht die, die erschöpft und von der Arbeit krank sind)? Sie werden uns eingeredet.
      Zum Beispiel die neue Bewegung Thrivemovement(.com) des US-amerikanischen Ehepaares Gamble ruft dazu auf, die Binde von den Augen zu nehmen und aufzuwachen für die Wirklichkeit. Die, wie Hanna sie nennt, Schwachen schließen sich dann zusammen und erschaffen sich friedlich ihre Gesellschaft.

      Am Ende Deines Beitrages kommt noch ein Klopper: im Gefängnis sei es oft besser zu ertragen als in Freiheit. Wie kannst Du das beurteilen? Hast Du es selbst erfahren? Franziskas Berichte von ihrer Zeit in Hannas Gefängnis haben mir die Ungeheuerlichkeiten der Rechtlosigkeit und Willkür hinter Gittern gezeigt. So gehen freie Menschen nicht miteinander um.

      • Andrea Müller sagt:

        Sehr geehrte Frau Saxen,

        wie Sie SEHR richtig sagen ” Franziskas BERICHTE von ihrer Zeit in Hannas Gefängnis haben mir die Ungeheuerlichkeiten der Rechtlosigkeit und Willkür hinter Gittern gezeigt”.

        Berichte sind immer etwas SUBJEKTIVES !!!, Sie schließen von einer einzelnen Person und der damit nicht repräsentativen Stichprobe auf die Population dh.Grundgesamtheit.

        Nun, wie sieht es denn im offenen Vollzug der JVA 3 aus ?

        Die ach so böse Regel Nummer 1: Zählung um 6.30 Uhr, und um 16.30 Uhr ABER nur von Mo-Fr. Am Samstag und am Sonntag darf man ausschlafen und wird erst um 10.30 Uhr zur Anwesenheitskontrolle gebeten.

        Zur sogenannten Zählung ein anderes Beispiel: Ich habe Sportwissenschaft studiert und hatte in meinen praktischen Kursen auch diese so böse, böse Zählung.

        Die ach so böse Regel Nummer 2: Man darf von Mo-Fr. leider leider NUR bis 23.00 Uhr Fernseh gucken, am WE bedauer-licherweise NUR bis 1.00 Uhr. Aktuell stehen im OV Plasmafernseher von nicht geringer Größe.

        Briefe werden nicht mitgelesen, können unbegrenzt empfangen und gesendet werden und Franziska hatte nicht gerade wenig Post.

        Die böse Regel Nummer 3: Die ach so bösen “Aufschlusszeiten”. Von 6.30 bis 10.30 muss man sich im Haftraum aufhalten und von 11.30-15.30 danach kann man sich bis 22.00 Uhr draußen oder im Haus bewegen und man hat seine eigenen Schlüssel, bis zu 3 Stück.

        Einen für die “Zelle”, einen für das “Speisefächlein” und den dritten für das Schließfach (draußen befindlich).

        Auch haben die Hafträume nichts von einer Zelle, da schauen Sie sich bitte mal in verschiedenen Studentenwohnheimen um, zumal man sich die Hafträume wohnlich einrichten kann.

        Im übrigen dürfen Sie in einem Studentenwohheim teilweise noch weniger, keine Aufkleber an der Tür, keine Verteilersteckdosen, keine Schuhe auf der Fußmatte etc.

        Die offene Küche, nun . Es stehen Kaffeemaschine, Toaster, und Wasserkocher zur Verfügung. Wenn man keine Bezüge hat erhält man sogar noch 35 Euro Taschengeld.

        Und nun die ach so bösen Strafvollzugsbediensteten: So wie man in den Wald reinruft, so schallt es i.d.Regel auch wieder heraus.

        Wenn man den Beamten von vornherein vermittelt “ich finde euch suboptimal” ohne das auch nur ein Wort zwischen beiden Parteien gefallen ist, dann darf man sich nicht wundern wenn der Ton der Beamten auch mal ruppig ausfällt.

        Beamte sind auch nur Menschen und keine Maschinen, auch Beamte wollen einfach nur mal ein nettes Wort hören, ein freundliches “Guten Morgen” hat noch nie geschadet.

        Die Frühschicht fängt zwischen 5.40- 6.10 an (Dienstübergabe), wenn man dann noch vielleicht um die 1 Stunde fahren muss weil man nun nicht in Frankfurt wohnt und um ca. 4.00 aufsteht, dann kann man die schlechte Laune der Beamten auch nachvollziehen.

        Und das womöglich an einem Sonntag, da mag selbst ich nicht arbeiten.

        Der Ton der Beamtin bei meiner Aufnahme war freundlich und locker, da kann ich nicht meckern, es war lediglich etwas zu viel auf einmal.

        Liebe Leser(Innen),

        wir sind hier in einer JVA und nicht in einem Hotel all inklusive mit Animation rund um die Uhr. Wer nicht im Knast landen möchte dann muss sich nun einmal an gewisse Dinge halten, ohne Ordnung geht es nun eimal nicht.

        Spielen wir doch mal ein Gedankenspiel das da heißt “Welt ohne Regel”. Die vorhandene Variable ist “Keine Schulpflicht”.

        Bedeutet, keine Lehramtsstudenten, kein L1, L1 Verbundfach, L2, L3, L4 und L5 inklusive der Abschaffung der Lehrstüle “Didaktik der …” wobei wir hier beliebig Sport, Biologie, Geschichte, Chemie, Mathematik, Physik etc. einsetzen können.

        Ich will die JVA hier nicht hochhalten, am schlimmsten ist die Langeweile -es klingelt kein Handy, man liest keine Emails, schreibt keine, man bekommt seine Post und geht nicht einfach zum Briefkasten, man bekommt seine Wäsche gewaschen, das Essen serviert – der Tag zieht sich zweimal solange hin.

        Und die Bewegung ist echt “ober suboptimal”, das sind ca. 200 Meter wenn man einmal rund ums Haus geht, wer hier nicht dicker werden will spart am besten eine Mahlzeit.

        • Sigrid Saxen sagt:

          Sehr geehrte Frau Müller,

          die Bedingungen können noch so erträglich sein. Sie mögen sich ja damals gut arrangiert haben.

          Der Freiheitsentzug ist die eigentliche Strafe, wenn man dem Staat nicht noch Geld geben will. Das ist eben etwas anderes als das Wohnen im StudentInnenwohnheim.
          Und wenn man dann noch weiß, wie ungerecht es bei Hannas Verhandlungen und Anträgen zuging, ist der Freiheitsentzug besonders bitter.

          • Andrea Müller sagt:

            Sehr geehrte Frau Saxen,

            es gibt zwei Möglichkeiten, entweder man hält sich an eine Regel oder man hält sich nicht an eine Regel.

            Wer meint handeln zu müssen wie ihm oder ihr grade in den Sinn kommt der muss halt auch mal eine Strafe in Kauf nehmen.

            Frau Poddig ist eine intelligente Frau, auch war es keine Impulsivhandlung, sondern sehr wohl überlegt. Selbst schuld kann ich da nur sagen.

            Wir sind hier nicht bei “Wünsch dir was”, auch wird es immer wieder Menschen geben die einem sagen was sie zu tun oder zu lassen haben, das war schon immer so und wird auch immer so sein.

            Welt ohne Strafe, wo sind wir denn hier?, es kann nicht sein das hier jedem(r) Bürger(In) 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr plus Schaltjahr 366 ein Freibrief erstellt wird um schalten und walten zu können wie gerade die Laune ist.

            Waren Sie bei dem Prozess dabei, können Sie sich ein objektives Bild machen?, oder bildet sich ihre Meinung auch auf solche subjektiven Dinge wie Berichte in Analogie zu dem von Franziska Wittig.

            Frau Poddig führt doch ihrem eigenen kleinen Krieg gegen die Justiz, bei ihr scheint alles doof zu sein.

            Die Justiz SOOL HIER DOOF SEIN sein, Schulpflicht doof, Gerichte doof, Polizei doof, alle doof. Auch kommt es immer darauf an wie sich eine Angeklagte bei Gericht benimmt, die Argumentation zählt hier. Wir sollen hier alle der Gehirnwäsche unterzogen werden.

            Das hat nichts damit zu tun das man sich unterwirft, wer bockt muss damit leben im Knast zu landen. Laut diversen Quellen in Netz ist sie ja auch überzeugte Schwarzfahrerin, die Argumentation warum sie schwarz fährt absolut Hanebüchen.

            Ich bleibe dabei, selbst schuld! Solche Leute wie Frau Poddig vergisst man am besten, sie gewinnt ihre Energie aus unseren Rektionen, verweigert man ihr die Steckdose geht der Saft aus.

            Wenn sie meinen ich hätte mich im letzten November 20 Tage mit den Beamten arrangiert, ich habe mich ganz normal und unauffällig – ja, ja jetzt bin ich hier das Duckmäuschen- benommen.

            Frau Poddig straft hier auch die Beamten die mit der Entscheidung überhaupt nichts zu tun haben, wer mit Kreide die Straße beschmiert ” Hier beginnt die Rachzone des Staates” muss mit entsprechender Gegenreaktion rechnen was dann wieder zum Anlass genommen wird ” ach bei der Justiz sind ja alle so doof und ich armes kleines unschuldiges Kind werde hier wieder bestraft obwohl ich doch soooo unschuldig bin, keiner mag mich”.

            Bei den Damen und Herren Aktivisten sind ja angeblich alle unschuldig und nur die Justiz ist böse, alle Prozesse werden hier ungerecht geführt und alle politischen Gefangenen sind doch nur gut, und keiner böse. Bei den Damen und Herren ist alles legitim, Feldbefreiung, Castorblockade etc.

            Wer etwas bewirken will muss halt mal einen Umweg gehen, wenn der direkte Weg nach Rom nicht fruchtet, dann halt über Kanada, Russland und Australien nach Rom.

            Mein Tagessatz war 200 Euro, der Richter hätte auch sagen können 20 Euro und das obwohl ich keine Gerichtsverhandlung hatte, böser Richter nicht wahr bei 200 Euro Tagesatz???

            Frau Poddig entscheidet hier nach Lust und Laune und alles ist erlaubt und wenn dann jemand kommt und der Zeigefinger erhebt dann sucht sie sich Mitstreiter die ihre Meinung teilen. Und wenn ihr keine Extrawurst gebraten wird dann stellt sich die arme kleine Hanna auf die Hinterbeine und jammert.

            Das ist nicht das Verhalten einer intelligenten jungen Frau von Ende Zwanzig sondern das eines Kleinkindes das sich auf den Boden wirft und mit den Füßen strampelt weil ihm die Süßigkeit weggenommen wurde.

            Bei mir funktioniert keine Gehirnwäsche.

        • schwanengesang sagt:

          Liebe Frau Müller,
          bezugnehmend auf ihren Post von 3.4.12 (konnte nicht direkt darunter antworten):

          ” Bei mir funktioniert keine Gehirnwäsche. ”

          Ersetzen Sie “Gehirnwäsche” durch den weniger negativ konotierten Begriff “Sozialisation” und, JA, es hat bei ihnen sogar allerbestens funktioniert!
          Denn:
          ” … es gibt zwei Möglichkeiten, entweder man hält sich an eine Regel oder man hält sich nicht an eine Regel

          Wer meint handeln zu müssen wie ihm oder ihr grade in den Sinn kommt der muss halt auch mal eine Strafe in Kauf nehmen.

          Wir sind hier nicht bei “Wünsch dir was”, auch wird es immer wieder Menschen geben die einem sagen was sie zu tun oder zu lassen haben, das war schon immer so und wird auch immer so sein. ”

          Ihr ansozialisiertes “Weltbild” ist so fest zementiert und “alternativlos”, dass sie offenbar gar nicht auf die Idee kommen, die Frage zu stellen, W A R U M etwas ist wie es ist.
          Sie halten sich einfach an das Bestehende weil es besteht und fügen sich.
          Blanker Opportunismus, und DER Garant Ewiggestriger zur zuverlässigen Verhinderung von sozialen Fortschritt.

          Würden Techniker auf einem ähnlichen Niveau denken, würde Sie diese Nachricht in 2 Wochen als Brief mittels Postkutsche erreichen…

          • Sigrid Saxen sagt:

            Lieber Schwanengesang,
            vermutlich ist Deine Antwort vergebene Liebesmüh, denn Frau Müller schrieb im letzten Brief an mich “Solche Leute wie Frau Poddig vergisst man am besten”. Wenn sie sich selbst an ihren Rat hält, sieht sie nicht mehr in diesen Blog, und wir haben wieder Zeit für die Menschen, die die Vorgänge im Lande, gegen die Hanna sich wehrt, wirklich verstehen wollen.

    • schwanengesang sagt:

      ” … Ich kann deine Forderung „Schluss mit den Knästen“ nicht ganz teilen. Was ist mit den Brandstiftern, Kinderschändern und Terroristen? Wollen wir diese in der Nachbarschaft haben? … ”

      Lieber Tom,
      dann könnten wir doch zumindest mal ganz vorsichtig und reformistisch anfangen, all jene frei zu lassen, die keine brandstiftenden Kinderschänderterroristen sind.
      Das sollten in etwa dann ~94-98% der Inhaftierten sein…

      Verbreitern wir die Basis um sämtliche Gewaltdelikte gegen Personen, dürfte dass immernoch dazu führen, dass der Großteil der Inhaftierten frei käme…

      Und bei der Frage, ob ein Gefängnisaufenthalt einen Gewalttäter nun in irgendeiner Form “bessert” oder Gewalttaten durch diesen zukünftig verhindert werden, sind war dann noch gar nicht.

  4. Kranich05 sagt:

    Ich habe auch in der Diktatur gelebt, von der Tom spricht. Feind dieses Staates war ich nicht und habe Haft dort nicht kennengelernt. (Ich kenne aber Menschen, denen es anders erging.) Ich war entschieden für diesen Staat, nicht zuletzt, weil er nie einen Krieg geführt hat. Und darüber hinaus hat er sein ganzes Gewicht aufgeboten, daß auch die BRD 40 Jahre lang keinen Krieg geführt hat!
    Die DDR war kaum zusammengebrochen, da erklärten die neuen “Verteidigungspolitischen Richtlinien” für die Bundeswehr (1992, Rühe, Naumann), daß die Bundeswehr in aller Welt Krieg führen werde. Knapp 10 Jahre später führte man Krieg gegen Jugoslawien und verteidigte die Heimat am Hindukusch.
    Neokoloniale Kriege, verlogen mit Menschenrechten begründet, sind heute längst Normalität geworden. Größere Weltordnungskriege stehen bevor. Die BRD ist aktiv, wenn es um imperialistische Aggression geht, aktiv mit Medienhetze, Diplomatie, “Entwicklungshilfe”, Rüstungsexport und Kriegshandlungen, die beschönigend “Bundeswehreinsätze” genannt werden.
    Die Kriegs- und Gewaltlust ist Verbrechen und Schande dieses Systems und der tatsächliche, nicht nur rhetorische und gewaltlose Widerstand dagegen, den Hanna leistet, der ist alle Ehre und alle Solidarität wert.
    Natürlich habe ich auch eine sog. Knastpatenschaft übernommen und in meinem Blog zur Solidarität mit Hanna aufgerufen.
    http://opablog.net/2012/03/20/gegen-deutsche-kriegspolitik-freiheit-fur-die-antimilitaristin-hanna-poddig/

  5. Hasi sagt:

    Ich hab’ den Text auch nicht verstanden. Aber das ist wohl nicht so fürchterlich wichtig, oder.

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