Friedens-Fahrradtour: Radeln gegen Rüstung am 29.5.2010

Am heutigen Samstag fand in Husum eine antimilitaristische Fahrradtour statt. Die Teilnehmer_innen zogen als bunter Demonstrationszug mit geschmückten Rädern unter dem Motto „Radeln gegen Rüstung“ durch die Nordseestadt. Zwischenkundgebungen thematisierten die Bedeutung des Militärs in dieser Gesellschaft. Bei strahlendem Sonnenschein demonstrierten heute in Husum Antimilitarist_innen gegen die Auslandseinsätze der Bundeswehr.

Militär und Wirtschaft
Nach dem Start auf dem Marktplatz ging es zur Commerzbank. „Die jüngsten Äußerungen von Köhler benennen deutlich, worum es der Bundeswehr bei ihren Auslandseinsätzen geht: Um knallharte wirtschaftspolitische Interessen. Es wird nicht einmal mehr so getan, als würde dort Menschen geholfen. Ganz offen wird benannt, dass hier die Profitinteressen handlungsleitend sind. Dagegen gehen wir auf die Straße“ so eine Beteiligte. Außerdem wurde hier auf den dieses Jahr in Kiel stattfindenen „Celler Trialog“ hingewiesen, der massgeblich vom Commerzbank-Aufsichtsratvorsitzenden Peter Müller ausgeht.

Zivil-Militärische Zusammenarbeit
Danach ging es zum Rathaus und die Funktion der „sog. Zivil-Militärischen Hilfe und deren Rolle bei der verstärkten Militarisierung der Gesellschaft. An einem Kriegsdenkmal wurde exemplarisch die Bedeutung solcher Denkmäler zur Legitimation von Kriegen erläutert. Das Verklären militärischer Gewalt zu Heldentaten und der symbolisierte Rückhalt der Truppen in der Bevölkerung durch Präsenz im öffentlichen Raum wurde thematisiert. Am Gericht vorbei ging es zur Julius-Leber-Kaserne, wo über die Rolle des an allen Auslandseinsätzen beteiligten Spezialpionierbattillion 164 berichtet wurde. Die Radtour endete an der Fliegerhorstkaserne, in der die Flugraketenabwehrgruppe 26 sitzt. Auch diese Einheiten sind an den Auslandseinsätzen beteiligt.

Dauer-Demo vor Kaserne
Vor den Toren findet dort bereits seit einer Woche eine Dauer-Demo gegen Krieg, Militär und Auslandseinsätze statt. Im Gegensatz zur Fahrradtour, die per Auflagenbescheid soweit gegängelt wurde, dass auf dem Fahrradweg gefahren werden musste, ist hier ein weitgehender Freiraum entstanden, in dem noch Platz für mehr Leute ist. Mittlerweile stehen dort zwei große Zelte mit Küche und Materiallager, außerdem 5 Iglu-Zelte. „Für eine so kleine Stadt in der das Militär eine große Rolle spielt, gar nicht schlecht!“ sagte die Anmelderin. Gerade bei gutem Wetter würden viele Passanten am Info-Tisch vorbei schauen, und sich über die Rolle der Husumer Militärs im Ausland informieren.

Die Dauer-Demo wird noch bis zum 4. Juni aufrechterhalten. Für diesen Termin wird das Urteil im Prozess gegen die Antimilitaristin erwartet, die sich im Februar 2008 angekettet hatte und damit die Weiterfahrt eines Bundeswehrzuges um mehrere Stunden verzögert hatte.

Dieser Beitrag wurde unter Aktion, Allgemein, Repression veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.